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Herausforderung angenommen

igz

„Frau Piccolo“, schallt es durchs Treppenhaus, „warten Sie! Hier ist gerade jemand abgesprungen, Sie können morgen als Produktionshelferin bei uns anfangen!“ – Heute, 15 Jahre später, hat Stefanie Piccolo die Schreibtischseite gewechselt. Noch immer arbeitet sie für das iGZ-Mitglied Piening Personal, inzwischen organisiert sie aber als Disponentin selbst die Einsätze der knapp 100 Zeitarbeitskräfte in der Niederlassung in Beckum.

Ein bisschen Weihnachtsgeld dazuverdienen – dieser Wunsch stand am Anfang ihrer spannenden Karriere. „Eigentlich wollte ich nur ein paar Wochen jobben“, erinnert sich Piccolo. Doch dann kam alles anders.

Produktionshelferin

Bereits einen Tag nach der spontanen Bewerbung bei Piening Personal trat sie ihre Stelle als Produktionshelferin an. Im Weihnachtsgeschäft gab es allerhand zu tun. Piccolo verpackte Receiver und suchte dabei ständig nach Möglichkeiten, noch schneller und effizienter zu arbeiten. Da mehrere Mitarbeiter des iGZ-Mitglieds in dem Kundenbetrieb beschäftigt waren, gab es dort einen Teamsprecher, der zum Beispiel die Anwesenheit der Kollegen kontrollierte. Als dieser nach einigen Wochen in den Urlaub ging, wurde Piccolo gebeten, seine Aufgaben zu übernehmen. „Ich war damals schon etwas überrascht“, gibt sie zu und schmunzelt: „Aber mir konnte ja nichts passieren. Im schlimmsten Fall hätte ich ihn nie wieder vertreten.“

Teamsprecherin

Passiert ist das Gegenteil: Nur wenige Monate später übernahm sie komplett die Rolle des Teamsprechers. Neben ihrer praktischen Tätigkeit auf der Fläche hieß es jetzt zusätzlich: neue Mitarbeiter einweisen, Stücklisten kontrollieren, Qualitätskontrollen durchführen. Um ihrer neuen Herausforderung gerecht zu werden, besuchte sie das hauseigene Weiterbildungsprogramm für Basisführungskräfte. In Spitzenzeiten hatte Piccolo bis zu 120 Mitarbeiter unter sich. Nebenbei sammelte sie bei Urlaubs- und Krankheitsvertretungen erste Erfahrungen als Teamassistentin in den Piening-Niederlassungen Rheda und Gütersloh. 2002 verlagerte der Kundenbetrieb das Verpackungsgeschäft nach Erfurt. „Würden Sie das Unternehmen beim Aufbau der Retourenabteilung unterstützen?“, hieß es aus der Piening-Niederlassung. „Klar“, war die prompte Antwort von Piccolo.

Teamassistentin

Es folgte eine Zeit, in der Piccolo viele kleine Einsätze in unterschiedlichen Kundenunternehmen hatte. Bei Leerlauf half sie wieder als Teamassistentin aus, nun in der Beckumer Niederlassung. „Termine absprechen, Bewerber empfangen, Unterlagen sortieren und abheften – das ganze Drumherum eben“, zählt das Multitalent ihre Aufgaben auf. Auch ohne kaufmännische Ausbildung habe sie diese Tätigkeiten gut bewältigen können. „Ich mag es nicht, wenn ich für gestellte Aufgaben nicht die entsprechenden Fertigkeiten habe“, erklärt sie ihre Motivation. Deshalb arbeite sie sich mit Unterstützung schnell und intensiv ein.

Personaldisponentin

Das erste Angebot, fest als Teamassistentin anzufangen, schlug Piccolo damals noch aus. „Ich konnte mir nicht vorstellen, jeden Tag im Büro zu arbeiten“, erklärt sie. Nach der Geburt ihres dritten Kindes entschloss sie sich 2005 dann aber doch zum Schritt von der externen zur internen Mitarbeiterin. Und – wie sollte es anders sein – auch in der neuen Funktion baute Piccolo schrittweise ihren Tätigkeitsbereich aus. Nach gut einem Jahr übernahm sie erweiterte Aufgaben wie Bewerbungsgespräche oder Kundenkontakte.

Ich konnte mir nicht vorstellen, jeden Tag im Büro zu arbeiten

Aufgrund eines internen Personalwechsels half sie 2007 zum ersten Mal in der Disposition aus. Auf das Personalentscheidungsträger-Seminar und ein hauseigenes Dispositionsseminar folgten interne Schulungen zur Mitarbeiterführung, zur Telefonakquise, Kommunikation und zum Arbeits- und Tarifrecht. 2008 unterschrieb sie den Vertrag als Personaldisponentin.
Mediatorin?

Das Ende der Fahnenstange ist damit aber noch lange nicht erreicht. „Sobald zu viel Routine einkehrt, suche ich nach neuen Herausforderungen. Ich brauche das einfach“, steht für Piccolo fest. Für die Zukunft könnte sie sich zum Beispiel eine Weiterbildung zur Mediatorin vorstellen. „Es kommt immer wieder vor, dass wir Konflikte schlichten müssen. Dafür würde ich gerne die passenden Gesprächstechniken lernen.“ (Maren Letterhaus)

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